It`s all about Kommunikation

„Kommunikation ist doch so wichtig, sie umfasst so viele Themen und ist immer gegenwärtig. Es gibt kaum noch Momente, in denen man nicht kommuniziert, sich ausdrückt“. Das war ein Satz im Gespräch mit einer Kollegin, der mich zum Grübeln brachte.

Und in der Tat, Sie haben bestimmt schon Sätze gehört wie „… aufgrund mangelnder Kommunikation“, „… als Beweis guter Kommunikation“, oder – ein Klassiker in jeder Paarbeziehung – „Ich kann keine Gedanken lesen, wenn du etwas willst, dann sag` das bitte auch, und keine Andeutungen, die ich interpretieren soll“, „Warum sagt er/ sie das, ich verstehe es nicht“. All dies sind Sätze, resultierend aus Kommunikationssituationen.

Also, was ist denn diese Kommunikation? Kurze Frage, unglaublich lange Antwort und ein einzelner Blogartikel reicht dazu nicht aus. Mehrere Wissenschaften beschäftigen sich mit diesem Gebiet, das unzählige Bücher füllt, und es gibt immer wieder neue Theorien.

Erste Feststellung:  Die Welt der Kommunikation ist nicht mit nur einem Wort erklärt.

Nun, wo kommt sie denn her, diese Kommunikation?

Kommunikation - Vermittlung, Verständigung, Teilhabe (Foto: Nathalie Hammes)

Kommunikation – Vermittlung, Verständigung, Teilhabe (Foto: Nathalie Hammes)

Beginnen wir mit dem etymologischen Ursprung. Das Wort Kommunikation kommt aus dem Lateinischen. Der Wortstamm ist abgeleitet von communis, was so viel wie gemeinsam bedeutet. Das Präfix com heißt mit, munis bedeutet dienstbereit. Das Verb ist communicare, übersetzt als eine Mitteilung machen, gemeinsam machen, mitteilen, das Substantiv communicatio, was meist als Mitteilung übersetzt wird (Quelle: Langenscheidts Taschenwörterbuch Latein, 1963, Langenscheidt KG, Berlin u. München).  “Mitteilung” und “gemeinsam” scheinen Schlüsselwörter zu sein.

Bei Wikipedia habe ich nachgelesen, dass Kommunikation „der Austausch oder die Übertragung von Informationen“ ist (Quelle: wikipedia_Kommunikation). Klingt im ersten Lesen nicht so spektakulär. Und was ist denn gemeint mit Austausch, Übertragung, Informationen?

Ein Austausch kann ein „Wechsel von Gegenständen, Personen oder Gedanken“ sein, eine Übertragung ist eine Übersetzung, eine Umwandlung und ein Begriff aus dem Bereich der Nachrichtentechnik, Information ist eine „über alles Wissenswerte in Kenntnis setzende, offizielle, detaillierte Mitteilung über jemanden oder etwas“.

Zweite Feststellung: Kommunikation ist ein Hin und Her von Informationen.

Ein Sender sendet Mitteilungen, Nachrichten, die so genannten “Botschaften”, die dann beim Empfänger ankommen (sollen).

Sender ——– Botschaft ——> Empfänger

Schauen wir uns den Prozess dieses „Hin und Her“ genauer an, dieses Senden und Empfangen.

Damit die Botschaft von einem versendet werden und auch bei dem anderen ankommen, müssen beide die gleichen Codes nutzen. “Wie bitte?!”, meinen Sie jetzt, “Geheimsprache, oder was?” Nun ja, geheim vielleicht nicht direkt, jedoch muss es die gleiche Sprache samt ihrem System von Zeichen sein. So sagt der Duden, Sprache sei ein “System von Zeichen und Regeln, das einer Sprachgemeinschaft als Verständigungsmittel dient”. Sprache decodiert die Welt und gibt Inhalte weiter.

Botschaft

Sender <————————–> Empfänger

    ↔    Code   ↔

Bei Wikipedia ist folgende Erläuterung zum Begriff Sprache zu lesen: „Die Systeme von Einheiten und Regeln, die den Mitgliedern von Sprachgemeinschaften als Mittel der Verständigung dienen“ (Wikipedia_Sprache).

Dritte Festestellung: Kommunikation ist Verständigung, Verstehen.

Um die andere am Kommunikationsprozess beteiligte Person zu verstehen, benötigen wir also ein gemeinsames Zeichensystem, eine gemeinsame Sprache. Ist eigentlich auch klar, denn wie sollten wir sonst die Informationen, die Botschaften, verstehen? Dies funktioniert nur auf einer gemeinsamen Grundlage. Treffen wir auf Fremde, die nicht die gleiche Sprache sprechen, kann es zu Störungen im Kommunikationsprozess kommen beziehungsweise es findet gar keiner statt. By the way: „Prozess“ stammt ebenfalls aus der lateinischen Sprache, bezeichnet das Fortschreiten, den Fortgang.

Nicht ohne Grund werden im deutschsprachigen Raum Englisch, Französisch, Spanisch als FREMDsprachen bezeichnet. Eben deshalb, weil diese Sprachsysteme anders sind als Deutsche es in ihrer Muttersprache gelernt haben.Sich mit fremden Sprachen und Kulturen zu beschäftigen, fördert meiner Meinung eben Kommunikation und Verstehen des anderen. Daher bin ich auch sehr froh mit meinem Studium Französische Kulturwissenschaft und Interkulturelle Kommunikation.

Mehrere Sprachen zu sprechen bringt Vorteile (Foto: Nathalie Hammes)

Mehrere Sprachen zu sprechen bringt Vorteile (Foto: Nathalie Hammes)

Kommunikationsstörungen können jedoch ebenfalls im gleichen System auftauchen. Das liegt meist an nicht ausgesprochenen Ideen, Meinungen, Erwartungen, von denen man denkt, dass der andere das doch hätte wissen können. Ach, wären wir doch alle Hellseher. 🙂

Wie Sie sehen, ist Kommunikation fest in unserem Leben integriert, sie ist die Basis von allem. Auch falls Sie einmal nicht sich mitteilen, sich verständigen, so kommunizieren Sie dennoch.

Hier möchte ich kurz auf einen Satz hinweisen, den Sie bestimmt schon einmal gehört haben: “Man kann nicht nicht kommunizieren”. Er wird Paul Watzlawick nachgesagt, ein Kommunikationswissenschaftler aus Österreich; er hat mehrere Grundsätze zur zwischenmenschlichen Kommunikation aufgestellt. Sein Kommunikationsbegriff klammert die bloße Wahrnehmung einer Person und ihr Verhaltens als eine Einheit zusammen. Danach besitzt jedes Verhalten eine Botschaft. Diese bestehen nicht nur aus Worten, sondern ebenfalls aus Körperhaltung, Mimik, Gestik oder Sprache des Senders. Also: Kommunikation findet auch dann statt, wenn sie nicht bewusst abläuft.

Mir gefällt folgende Erklärung gut: Kommunikation ist eine „interpersonale Interaktion, vollzogen mit Hilfe eines sprachlichen Kodes. Dieser Kode setzt sich aus verbalen, paraverbalen und non-verbalen Dimensionen der Kommunikation zusammen“ (Quelle: Thesenpapier von Karlfried Knapp, Universität Düsseldorf, Annelie Knapp-Potthoff, Aachen)

Hinter Kommunikation versteckt sich also vieles, unter anderem

  • die mündliche (paraverbal: Stimme, Tonfall, Lautstärke, Betonung; das gemeinsam genutzte Zeichensystem, Gesang)
  • die schriftliche  (Literatur, Erzähltheorie, Blog, sms, WhatsApp, Zeitungsartikel, E-Mail)
  • die nonverbale (Mimik, Gestik, Körpersprache, Kleidung – lesen Sie meinen Artikel Jogginghose oder Jackett? Kommunizieren über Kleidung dazu)
  • die interpersonelle Kommunikation (zwischen Menschen als soziale Interaktion)
  • die digitale Kommunikation (technische Mittel, Internet, Blogs, Social Media, sms, WhatsApp, E-Mail)
  • visuelle (Fotografie, Malerei, Kunst)
  • Interkulturelle Kommunikation (multikulturell, transkulturell);

Zu all diesen Bereichen gibt es wissenschaftliche Fachrichtungen und Theorien sowie zahlreiche Bücher: Kommunikationswissenschaft, Sprachwissenschaft, Literaturwissenschaft, Medienwissenschaft, Informationswissenschaft, Kulturwissenschaft …

Es gibt die Bereiche der Massenkommunikation, Metakommunikation, Telekommunikation, Unternehmenskommunikation, Gewaltfreie Kommunikation, Achtsame Kommunikation. Etliche Berufgruppen neben den Wissenschaftlern beschäftigen sich mit Kommunikation: Psychologen, Marketeers, Journalisten, PRler, Mediatoren, Moderatoren, Coaches, Mediengestalter, Kommunikationsdesigner, Webdesigner, Grafiker…

Kommunikation umgibt uns wie die Luft zu Leben.

Als Hauptbestandteil der sozialen Interaktion umfasst sie alle Fähigkeiten des Menschen, sich anderen mitzuteilen und andere zu verstehen, um Botschaften, Erwartungen, Wünsche,  Emotionen auszutauschen.

Entscheidend für eine gelungene Kommunikation ist das Wissen um ihre Feinheiten und Unterschiede. Je nach Situation werden andere Maßstäbe angelegt, zum Beispiel im Büro oder in der Freizeit.

Über die Komponenten einer gelungenen Kommunikation hat Friedemann Schulz von Thun geschrieben. Eine Botschaft könne über vier Ohren hören. Damit gemeint sind vier Ebenen des Kommunikationsquadrats: Sachinhalt, Appell, Beziehungshinweis, Selbstkundgabe. Soll heißen: Eine Aussage kann auf diesen Ebenen vom Sender formuliert und  vom Empfänger (miss)verstanden werden. Dazu gerne in einem nächsten Artikel…

Wie Sie sehen, kann man eine Erklärung von Kommunikation schwer kurz fassen. Sehr viele Aspekte bringen immer wieder neue Komponenten  mit.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Kommunikation gemacht? Haben Sie Situationen erlebt, in denen ein Gespräch gründlich daneben ging, weil der andere Sie nicht verstand? Schreiben Sie mir, ich freue mich.

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