Museum – Ort der Kommunikation

Wie Ausstellungen die Geschichte und Erinnerungen, Wissenschaft und Fortschritt kommunizieren

Ein Museum ist eine „gemeinnützige, auf Dauer angelegte, der Öffentlichkeit zugängliche Einrichtung im Dienste der Gesellschaft und ihrer Entwicklung, die zum Zwecke des Studiums, der Bildung und des Erlebens materielle und immaterielle Zeugnisse von Menschen und ihrer Umwelt beschafft, bewahrt, erforscht, bekannt macht und ausstellt.“ (Ethische Richtlinien für Museen von ICOM, 2010). So schreibt es der Internationale Museumsrat ICOM (International Council of Museums) auf seiner Website.

Ziel eines Museums ist es, Gegenstände aus zumeist vergangenen Zeiten zu einem bestimmten Thema fachgerecht und dauerhaft aufzubewahren und den Besuchern zugänglich zu machen (Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Museum). Für viele Themen gibt es Museen; Liebhabern der Curry-Wurst sei das Deutsche Currywurst Museum Berlin empfohlen.

Museen sind Orte der Erinnerung und der Kommunikation. Im Bereich der Bildung sind ihre Aufgaben das Sammeln, Bewahren, Forschen und Vermitteln. Museen sind Bewahrer von Wissen, in denen Lernen durch Erleben ermöglicht wird, zum Beispiel durch interaktive Module, bei denen die Besucher mitmachen können.

Sammlungen zu unterschiedlichen Themen

Museen gibt es sehr viele, von geschichtlichen bis technischen, regionalen und nationalen. Wikipedia bietet eine umfangreiche Liste deutscher Museen an. Ich selbst war im letzten Urlaub in mehreren Museen.

Ende September löste ich das Geburtstagsgeschenk meiner Mama für mich ein: der Besuch der „Star Wars Identities“-Ausstellung in Köln. Super, super, toll, toll, toll!! (Bin großer Star Wars-Fan) – Die Ausstellung war sehr gut aufgebaut, es gab viele Exponate aus den Filmen, Zeichnungen vom Storyboard, der Landschaften und Planeten. Es wurde gezeigt, wie das Aussehen der Charaktere entwickelt wurde. Das sah man sehr schön an der Figur von Jabba the Hut. Die Besucher erhielten im Eingangsbereich ein Headset. Trat man in eine gekennzeichnete Zone, zum Beispiel vor einer Vitrine oder einen Videobereich, wurde der dazugehörige Text abgespielt.

Ausstellung "Star Wars Identities" in Köln (Foto: Nathalie Hammes)
Ausstellung „Star Wars Identities“ in Köln (Foto: Nathalie Hammes)

Gleich zu Beginn wurde uns ein kurzer Film gezeigt: In Star Wars gibt es keinen Charakter doppelt, jeder ist einzigartig. Den Besuchern wurde die Gelegenheit geboten, ihren eigenen Charakter zu erstellen, der im Krieg zwischen Gut und Böse mitkämpft. Für dieses interaktive Spiel bekam jeder Besucher ebenfalls im Eingang ein Armband. An nachfolgenden zehn Stationen wurde der Einfluss unserer Mentoren, Umwelt, Eltern, Freunde auf uns erörtert, immer am Beispiel aus Star Wars dargestellt, und welche Auswirkungen unsere Erziehung und Erlebnisse in früher Kindheit auf spätere Entscheidungen haben. An diesen Stationen beantwortete man verschiedene Fragen, legte dann das Armband auf eine Fläche, um die Antworte zu speichern. Zum Ende der Ausstellung erschien an einer Wand der individuelle Star Wars-Charakter. Ich fand diese Idee ganz witzig.

Da wir in Köln waren, besuchten wir ebenfalls das Schokoladen-Museum. Hier wird alles rund um Schokolade erzählt und erklärt, von der Herkunft der Schoko-Bohne und Informationen zu den Herkunftsländern, ihrer Verarbeitung, die Entwicklung von Schokolade hin zum Luxus-Gut bis hin zur Industrialisierung. Ebenfalls das Thema Verpackung wird angesprochen, so auch, wie Verpackungen sich veränderten. In der ersten Etage ist eine komplette Produktionskette aufgebaut. Sehr interessant.

Ein paar Tage später in Hamburg guckten wir uns das Internationale Maritime Museum an. Auf 10 Decks bekommt man sehr viel zur Schifffahrt gezeigt und erklärt: Geschichte, Aufbau von Schiffen, die Entwicklung des Schiffbaus bis heute, die unterschiedlichen Bauarten je nach Ländern und Kontinenten, das Meer und seine Bewohner, der große Bereich der Navigation und der Kommunikation auf See.

Navigation in der Schifffahrt (Foto: nh)
Navigation in der Schifffahrt (Foto: nh)

Fast wie auf einer Zeitreise durch die Geschichte. Hier möchte ich das naturhistorische Museum in Wien empfehlen, der absolute Wahnsinn. Allein das Gebäude, das als Museumsort dient, ist wirklich sehenswert.

Museen als Ort des Wissens leisten Bildungs- und Vermittlungsarbeit

Was mir an Museen gefällt, ist die Idee der Aufbewahrung, Dokumentation und Komposition der Ausstellungen. Gleichermaßen wie vieles in Büchern nachzulesen ist, finde ich es schön und interessant, manche Dinge selbst gesehen zu haben. Ok, um vieles ist dann ein Glaskasten drum herum, man darf es nicht anfassen und so weiter. In der Ausstellung wird ein Dialog in Gang gesetzt: Die ausgestellten Gegenstände veranschaulichen Inhalte, der Besucher, der sich damit auseinandersetzt, erweitert seinen Wissenshorizont.

Zu sehen, wie Menschen in anderen Epochen mit etwas umgegangen sind, wie sie gelebt haben, wie sich Gegenstände und Prozesse weiterentwickelt haben, finde ich spannend. Zum Beispiel die Entwicklung der Toilette: Im Wiener Hobmobiliendepot sind mehrere WCs ausgestellt, die zu Zeiten des Kaisers genutzt wurden. Wenn man diese stillen Örtchen mit den Keramiksitzen von heute vergleicht, somit auch das Badezimmer selbst, das sich von einem Platz der Reinigung zur Wellness-Oase gewandelt hat, erkennt man die Weiterentwicklung von Materialien und ihre Verwendung.

Toiletten damals (Foto: nh)
Toiletten damals (Foto: nh)

Im Reichskanzleitrakt der Wiener Hofburg gibt es eine riesige Ausstellung von Geschirr. Für jede Gelegenheit, für jede Person gab es eine Geschirrserie. Der Besucher erhält Einblicke in die damalige Tischkultur am Hofe. Auch wenn sehr schön anzusehen, empfinde ich das aus heutiger Sicht als dekadent. Teller und Tassen sind einfache Gebrauchsgegenstände. Doch damals zählte es zum guten Ton, dass mit jedem neuen Sprössling neues Porzellan auf den Tisch kam. In Ausstellungen erkennt man die damaligen Konventionen und Verhaltensregeln.

Geschirrsammlung in der Wiener Hofburg (Foto: nh)
Geschirrsammlung in der Wiener Hofburg (Foto: nh)

Museen spannen den Bogen von Geschichte zu Fortschritt

In Museen sehen wir, wie es damals war. Wir können Vergleiche anstellen, uns wundern, wie damals diese Dinge überhaupt genutzt werden konnten, wir können uns freuen, dass es heute anders ist.

Wir sehen ebenfalls, dass Dinge sich verändern. Wir arbeiten an der Optimierung dieser Gegenstände oder erkennen, dass sie nicht mehr gebraucht werden. Museen dokumentieren, wo wir herkommen, welche Ideen es schon gab und aus Gründen der Effizienz nicht weiterverfolgt wurden. Schon mal im Münchner Deutschen Museum die Telefone gesehen? Die ersten Mobiltelefone, damals gefeiert als neue Ära, waren fast so groß wie heutige Tablets. Nur viel breiter 🙂 – Ich selbst fand den Bereich zu Foto und Film super. Beeindruckend, wie der damalige Stand der Technik war und welche Möglichkeiten heute geboten werden.

Das Deutsche Museum zeigt wie viele andere Museen eine weitere Sache: das menschliche Genie und den Entwicklungsgeist. Ein Ergebnis gefunden zu haben, scheint dem Menschen nicht zu genügen, es geht immer noch besser. Viele Forscher und Wissenschaftler hatten Fehlversuche bei ihren Ideen, doch der Wille, weiter zu machen, brachte den nachfolgenden Generationen tolle Ergebnisse.

Durch Forschung und Wissenschaft haben sich Anschauungen, Theorien und Leitbilder verändert, Wissen wurde vergrößert. Museen dokumentieren die Entwicklung dieses Fortschritts.

Wer sich für Besucherzahlen interessiert, dem empfehle ich die Internetseite des Instituts für Museumsforschung. Unter dem Reiter Publikationen finden sich statistische Gesamterhebungen an den Museen der Bundesrepublik Deutschland.

Deutsches Museum in München (Foto: nh)
Deutsches Museum in München (Foto: nh)

Ich möchte mir in nächster Zeit das Museum für Kommunikation in Nürnberg ansehen.

Sind Sie ein Museums-Fan und welche Museen finden Sie toll? Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

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