Digital unterwegs – Leben wir immer intensiver online?

Digitale Kanäle lassen sich auf about.me gut zusammenfassen (Foto: Nathalie Hammes)

Eben las ich ein Interview, in dem „Digitale Nähe“ thematisiert wurde und „wie wir heute immer intensiver online leben“. Ich komme nicht darum, mich selbst zu fragen, ob und wie intensiv ich selbst im Digitalen lebe.
Ich möchte im Folgenden auf keine Statistiken eingehen, die morgen wieder veraltet sind, sondern anführen, welche digitalen Handhabungen sich im Alltag eingeschlichen haben, die ich nicht mehr missen möchte.
Gleich eine Anmerkung: Das Interview las ich online, auf meinem Smartphone. Wenn ich recht überlege, lese ich, was Neuigkeiten und Nachrichten angeht, fast kaum noch Print-Produkte, sondern nur noch digital.

Früher der Marktplatz, jetzt das Internet

Online finde ich die Medien sowie Informationsstellen, fast alle sind in sozialen Netzwerken vertreten. Ich kaufe mir keine Zeitung mehr, in der erst am nächsten Morgen diejenigen Inhalte stehen, die ich jetzt schon online lese oder mir als Video ansehe. Web ist schneller. Ähnlich beschreibt dies auch Bernd Ziesemer (bei Twitter @BerndZiesemer) auf bilanz.de: „Viele Zeitungen erscheinen immer noch mit den Schlagzeilen von gestern statt neue Erkenntnisse zu liefern.“
Wenn ich wissen will, was gerade zu einem Thema aktuell in den Medien steht, recherchiere ich auf Twitter. Web ist aktueller, globaler.

Weiterer Vorteil von Digital: das Teilen von Informationen, schnell und unkompliziert. Auf der anderen Seite der Welt erstellt jemand mit seinem Smartphone ein Video, lädt es bei Youtube hoch, teilt es in den sozialen Netzwerken, das wiederum andere teilen und so weiter. Bis die Zeitung das in ihrer gedruckten Ausgabe als Thema aufgenommen hat, weiß ich schon längst Bescheid.
Die heute gedruckte Tageszeitung ist das Altpapier von morgen und dient vielleicht noch zum Fensterputzen oder Geschirr einpacken. Die Ressource Holz kann man durch den digitalen Weg einsparen.

Digital treffe ich auf eine Vielfalt der Informationsvermittlung, gleichzeitig können die Kommentare anderer User mit ihren unterschiedlichen Aspekten die Meinungsbildung zusätzlich unterfüttern. Die Anzahl der Kommentare lässt einen Schluss darüber ziehen, welche Themen die Zielgruppe ansprechen oder was gänzlich uninteressant ist. Natürlich ist das von Netzwerk und Zielgruppe anhängig.
Lese ich zuhause meine Tageszeitung, kann ich Selbstgespräche führen oder muss jemanden anrufen, der mit mir das Thema diskutiert.
Im Web kann ich mit anderen diskutieren und mich austauschen, Fragen werden schnell beantwortet. Für alles gibt es Gruppen und Chats. Ich komme mit am Thema ebenfalls Interessierten schnell ins Gespräch. Und in der Tat ist es so, dass mein Interesse an Social Media und digitaler Kommunikation für meine Freunde nicht das spannendste Thema ist, auch wenn sie alle einen Facebook-Account haben und WhatsApp nutzen.

Bessere Bildungsmöglichkeiten

Ein digitaler Zugang zu Informationen könnte das Bildungsniveau heben. Online (Sach-)Bücher lesen, online Vokabeln lernen, sich in Lerngruppen austauschen: Digital, W-Lan und Internet bedeuten nicht nur Spaß und Zeitvertreib wie vielleicht manche ältere Generation glaubt. Im Bereich E-Learning gibt viele Möglichkeiten. Digital lassen sich Lerngruppen bilden, die sich sonst vielleicht nicht finden würden. Whatsapp stellt hier eine gute Möglichkeit dar, sich mit anderen Personen, die zum Beispiel die gleiche Weiterbildung anstreben, auszutauschen.
Der Brockhaus hat ausgedient, zu Erst-Recherche werden google und wikipedia herangezogen. Folgenden Satz hörte ich schon: „Das steht gar nicht bei Wikipedia oder bei google.“ Aha, was nicht bei google zu finden ist, gibt es nicht, was keinen Wikipedia-Eintrag hat, kann nicht so wichtig sein. *Zwinker

Ich gebe zu, für eine Erst-Info lese ich ebenfalls bei Wikipedia. Diese Enzyklopädie ist mittlerweile sehr ausführlich und wird akribisch gepflegt. Für wissenschaftliches Arbeiten empfehle ich einschlägige Literatur 🙂

Digital – Zeitersparnis

Was mir mit dieser digitalen Welt ebenfalls sehr entgegenkommt, ist die Möglichkeit, Dinge online zu erledigen: Online-Shopping, Online-Banking, online eine Reise buchen, online kommunizieren. In vielen Fällen zeitsparend, ortsunabhängig. Für Menschen, die beruflich flexibel sind/ sein müssen, ist das sehr praktisch.

So ist Amazon in aller Munde; ich kenne niemanden, der noch nicht dort bestellt hat. Und die Diskussion, der Einzelhandel wird durch das Internet geschädigt, finde ich lächerlich. Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass manche Mitarbeiter aufgrund ihrer Unfreundlichkeit, Inkompetenz und Desinteresse an jeglicher Flexibilität („Nein, das Produkt müssen Sie in unserer anderen Filiale einkaufen“) es einem leicht machen, NICHT bei ihnen, sondern online zu kaufen. Ich habe nämlich nicht soviel Freizeit und keine Lust, mich zu ärgern.

Ich verlängere online die Ausleihfrist meiner Bücher, ich lese online Bücher auf Tablet und Smartphone, ich schreibe von unterwegs E-Mails, ich nutze Apps fürs Wetter, für Tankstelleninfos, für die Info über Fahrzeiten im ÖPNV, Dropbox, Mindmapping, und so weiter. Ich organisiere viel in meinem Leben über mein Smartphone. Und ja, ich habe die wichtigsten Inhalte gesichert, sogar auf Papier; stellt euch mal vor, der Akku wäre leer 😉

Internet – Unterwegs eine nützliche Hilfe

Die meisten oben beschriebenen Vorgänge laufen bei mir hauptsächlich über mein Smartphone. Mit Apps habe ich dieses kleine Ding für mich so komfortabel eingerichtet, dass ich schnell die gesuchte Informationen bekomme, ein Bild bearbeiten oder mit meinen Freunden kommunizieren kann.

Die mobile Internetnutzung ist nützlich, wenn man auf Reisen oder im Urlaub ist. So wie wir im letzten Urlaub. Wir waren im schönen Hamburg viel unterwegs, haben sehr viel gesehen. Wie kommen wir von A nach B, wo ist das nächste Restaurant, wie sind die Öffnungszeiten, gibt es Bewertungen zum dortigen Essen oder andere Empfehlungen? Alles Fragen, die wir schnell online beantworten konnten. Ja klar, old-school via ausfaltbarer Karte geht auch. Orientierungslos durch die Gegend latschen hat seinen Charme. „Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen.“ Das soll Johann Wolfgang von Goethe mal gesagt haben. Dem stimme ich zu, aber einen Kompass dabei zu haben schadet nichts. 🙂 So war ich auch in München froh, auf Google Maps zurückgreifen zu können.

Media Sharing und digitale Kommunikationswege

Digitale Kommunikationskanäle (Foto: Nathalie Hammes)

Digitale Kommunikationskanäle (Foto: Nathalie Hammes)

Unsere Impressionen des Hamburg-Trips habe ich bei Instagram hochgeladen, bei Facebook oder Whatsapp geteilt.
Zum ersten: Instagram zu nutzen macht mir viel Spaß, ich fotografiere gerne und finde die Filter sehr gut, um die Wirkung der Bilder zu ändern. Des Weiteren finde ich Instagram sehr geeignet, wenn ich Eindrücke von Orten haben möchte, die nicht vom Profi-Fotografen erstellt und bearbeitet wurden.

Zum Teilen: Ich möchte, dass meine Lieben, die nicht in meiner Nähe wohnen, an meinem Leben teilhaben können, daher schicke ich ihnen via soziale Netzwerke Fotos von den Reisen. Durch den Austausch von Bildern, gerade von alltäglichen Begebenheiten, können wir mit Familie und Freunden, verteilt in den ganzen Welt, intensiver in Kontakt bleiben.

Über die digitalen Wege erschaffen wir Nähe mit Familie, Freunden, gleichzeitig auch mit Fremden, die über Telefonate und Briefe nicht zustande kommt. Wir legen die Basis für einen Austausch mit Gleichgesinnten, wir werden zu Informationslieferanten und Kritikern. Wir können auf Facebook oder Twitter Inhalte liken und teilen, unter einen Blogartikel einen Kommentar schreiben, wir können unsere Expertise beweisen.
Wir können Kunden aus entfernten Orte gewinnen, die ohne Digital nicht auf uns aufmerksam geworden wären. Dieses Streuen des eigenen Profils findet sich ebenfalls in Dating-Portalen wieder.

Ich denke, immer mehr Menschen sind digital. Daran wird sich auch nichts ändern, es sei denn, der Strom geht uns aus. Die digitalen Prozesse werden unbewusster, gehören zu unserem alltäglichen Leben.

Ich bin kein Nerds, kein Technik-Freak, sondern jemand, der die Vorteile der technischen, digitalen Kommunikation nutzt. Das hat sich in den letzten 5 Jahren definitiv verstärkt. Ich persönlich würde mein digitales Dasein vielleicht etwas mehr als durchschnittlich bezeichnen. Noch gehöre ich nicht den „Always On“-Anhängern an und komme auch ohne Internet über ein Wochenende (allerdings nicht freiwillig, doch es gibt Menschen, die haben kein W-Lan), habe jedoch mein Smartphone fast immer dabei und nutze viele für mich nützliche Apps. Ich gebe zu: Ich werde ein bisschen kribbelig, wenn ich drei Tage nicht online war.

Ob die Welt sich weiterdreht und ich noch lebe, wenn ich mal weniger am Online-Geschehen teilnehme? Na, ich hoffe doch. 🙂

 

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