Kommunikative Stärke – mehr als gut reden

Seine Stärken zu kennen ist sehr hilfreich

Es gibt Menschen, die reden viel, es gibt Menschen, die reden viel Uninteressantes, es gibt Menschen, die reden viel über sich selbst (was ebenfalls uninteressant sein kann). Und es gibt diejenigen, die in einer sehr angenehmen Weise sprechen und erzählen, mit denen man schnell in einen entspannten, anregenden Dialog kommt, so dass sich man immer weiter mit ihnen unterhalten möchte. Die Qualität der Kommunikation ist sehr gut, man fühlt sich wohl.

Kommunikative Kompetenz
Es gibt eben diese Menschen, die eine sehr ausgeprägte kommunikative Kompetenz haben.
„Sie können effektiv und bewusst kommunizieren, kennen wichtige Kommunikationskonzepte und -modelle sowie konkrete Kommunikationstechniken. Ihre Kommunikationsfähigkeit ist stark ausgeprägt. Sie können sich verständlich und empfängerorientiert ausdrücken. Ebenso wichtig für ein gutes Gespräch ist die Kommunikationsbereitschaft, denn sie impliziert den Willen, sich mit anderen auszutauschen, Dinge verbal zu klären und Wissen durch Kommunikation weiterzugeben“. Eine offene Gesprächskultur (Dialog) wird angestrebt, Zuhören ist wichtig.

Vorteile kommunikativer Stärke
Wer gut kommunizieren kann, dem fällt es meist leicht, ein Netzwerk aufzubauen und seine Kontakte zu pflegen. Auf Messen, Bloggertreffen oder Internetkonferenzen ist es wichtig, auf seine Twitter- oder Xing-Kontakte zugehen, sich locker vorstellen und ein Gespräch führen zu können. Die Anrede „Wir kennen uns doch aus dem Internet“ ist vielleicht nicht so innovativ.
Gut kommunizieren zu können wirkt sich positiv auf die eigene Ausstrahlung aus sowie auf Durchsetzungsvermögen, Führungskompetenz, Integrationsvermögen, Servicequalität, Motivations-stärke, Präsentationssicherheit, Konfliktkompetenz. Bei kommunikativer Stärke steht der Umgang mit Menschen im Fokus, ebenfalls geht es um den Umgang mit der eigenen Person, der eigenen Persönlichkeit.

Sind Sie auch ein kommunikativer Typ? Kommen Sie leicht mit anderen ins Gespräch, ist es eine Ihrer Stärken, in einem Meeting das Wort zu ergreifen, sich zu präsentieren oder gar heikle Dinge anzusprechen?

Die Frage „Was sind Ihre Stärken?“ hat Svenja Hofert zum Thema ihrer Blogparage gemacht,  #wassindstaerken. Sehr interessant, dachte ich direkt.

Beim Lesen fielen mir gleich die vielen Bewerbungsratgeber ein, in denen steht, dass und wie man sich für Bewerbungsgespräche genau auf diesen Klassiker aller Fragen vorbereiten solle. Meiner Meinung ist dieses Fragen nach Stärken und Schwächen nicht zeitgemäß. Erstens sind Stärken und Schwächen ganzheitlich zu sehen, so dass man sie nicht für den Job an- oder abstellen kann. Zweitens kann eine vermeintlich generelle Schwäche in einer bestimmten wichtigen Situation einen positiven Aspekt haben, eine sogenannte Stärke kann im falschen Moment unangebracht erscheinen.

Beurteilung aufgrund eigener Werte und Persönlichkeitsmerkmale

Was ich selbst als Stärke ansehe, kann von jemand anderem, zum Beispiel einem Kollegen, als Schwäche angesehen werden. Beispiel: Der eine ist ein sehr gelassener Typ, lässt sich von nichts aus der Ruhe bringen und schon gar nicht vom stetig wachsenden Arbeitspensum beeindrucken. Der andere fasst das als vielleicht als langsam und schwerfällig auf. Wenn jemand sagt, er beherrsche die Office-Produkte im Schlaf, kann es dennoch sein, dass er aufgrund seiner Neigung zum Lampenfieber eine Präsentation vor einem potentiellen Kunden nicht vorführen kann. In der Teamrunde vor bekannten Kollegen ist dies ansonsten kein Problem.
Stärken und Schwächen, die eigenen und die der anderen, werden aufgrund des eigenen subjektiven Wertesystems kategorisiert und bewertet, das wir uns im Laufe der Zeit aufgrund unserer Erfahrungen, Erfolge wie Fehler, zugelegt haben. Diese Werte beeinflussen sich  in der soziale Interaktion gegenseitig. So sind verschiedenen Wertvorstellungen eine wichtige Voraussetzung zur Erreichung von anderen Werten. So kann aus Interesse Empathie werden, aus Zuneigung kann sich Vertrauen entwickeln.

Wie im Job, so auch im Privaten
Nicht nur die Ausbildung, das Studium formt Stärken und Fähigkeiten, sie können ebenfalls und besonders gerade aus Interessen und Hobbys entstehen. Wer sich für eine Sache interessiert und sich damit beschäftigt, wird mit der Zeit immer mehr Theorie und Praxis zu diesem Thema sammeln. Aus einem Anfänger kann ein Profi werden. Fotografie ist eines meiner Hobbys: tue ich gerne und viel, lerne noch viel dazu. Meine Bilder finde ich meistens gut; letztendlich beurteilen das andere, jeder für sich selbst. Gerade im künstlerischen Bereich werden viele unterschiedliche Ansichten über Stärken und Schwächen der Kunstschaffenden diskutiert. Was der eine gute findet, kann von einem zweiten komplett verrissen werden.

Weiterbildung ist wichtig
Im Job bekommt man ab und an Aufgaben, die man nicht gleich erledigen kann, weil das Fachwissen fehlt oder nicht ausreicht. Oder das Unternehmen updatet das Betriebssystem, mit dem man nicht auf Anhieb zurecht kommt. In diesen Situationen ist es hilfreich, sich in passenden Seminaren und Workshops weiterzubilden. Ich habe leider feststellen müssen, dass nicht jeder zugibt, wenn er eine Sache nicht beherrscht; stattdessen gibt es viele, die sich mit Ausreden drücken. Beliebt ist der Zeitfaktor „Also, ich habe schon so viel zu tun, da kann ich mich nicht noch damit beschäftigen“. Und dann kommt die Situation, in der man ganz schnell dieses Wissen benötigt und muss dann andere um Hilfe fragen. Weiterbildung sorgt dafür, dass man am Ball bleiben kann.

In Zukunft?
Im Aufruf zur Blogparade stellte Svenja Hofiert diese spannende Frage: „Welche Stärken braucht man in Zukunft?“. Hinsichtlich der Diskussion über Arbeit 4.0, Automatisierung und Fachkräftemangel finde ich, dass schnelle Anpassungsfähigkeit (auf neue Gegebenheiten), Lernfähigkeit und -wille, Interessen an Neuem, Flexibilität, aber auch Rückgrat Zeigen und Kommunizieren, was man will, wichtig sind. Die Digitalisierung wird ihren Tribut fordern; es wird immer mehr mit Rechnern, Laptops, Tablets, Smartphones gearbeitet; wer sich diesen Entwicklungen im digitalen Bereich generell sperrt, der wird es schwerer haben.
Im Bereich Globalisierung/Internationalisierung sind Sprachen gefragt; die (deutsche) Muttersprache alleine ist schon heute nicht mehr ausreichend. Daher bin ich der Meinung, dass Sprach-Skills ebenfalls von Vorteil sind.

Die eigenen Fähigkeiten nutzen kann man am besten, wenn man sich selbst gut kennt, sich mit den eigenen Stärken und Schwächen beschäftigt und daran arbeitet. Ein Profi für Beratung und Coaching  sagte einmal, ich sei ein reflektierter Mensch, da ich mich selbst und mein Tun hinterfrage und gegebenenfalls optimiere. Finde ich gut, dass ich diesen Eindruck hinterlasse.

Wenn Sie genau wissen wollen, welche Stärken haben, fragen Sie einfach mal die Familie, Freunde und auch Kollegen, was Sie besonders gut können – und wer sich traut, fragt auch nach den Schwächen 🙂 Vielleicht gibt es ja die eine oder andere Überraschung.

Ansonsten trauen Sie sich einfach! Wer an einer kommunikativen Kompetenz arbeiten möchte, der übernimmt die nächste Präsentation, hält eine Rede zum nächsten Geburtstag vom Chef oder unterhält sich mit einem Kollegen einer anderen Abteilung, mit dem man bisher wenig Kontakt hatte.

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