Entscheidungen richtig kommunizieren

Welche Tür nehme ich? Nicht immer fällt die Entscheidung leicht, vor allem, wenn man nicht weiß, was einen erwartet (Foto pixabay/qimono)

„Wer die Wahl hat, hat die Qual“ – Das deutsche Sprichwort besagt, dass es oft schwer ist, sich zwischen mehreren Alternativen entscheiden zu müssen. Vor- und Nachteile sowie mögliche Folgen und Folgefolgen werden gegeneinander abgewogen, meist ist man nicht alleine von der Entscheidung betroffen.

Bei der Wahl, ob Apfel oder Banane, ist das Risiko eher klein und diese Wahl betrifft meist nur den Entscheidungsträger. Hinter der Frage „Gehen wir rechts oder links?“ in einer unbekannten Stadt könnte sich für die Touristengruppe ein Abenteuer verbergen – oder die Peinlichkeit, sich zu verlaufen. Welches Jobangebot sollte ich annehmen: mehr Lohn, bessere Position, aber langes Pendeln zur Arbeit, oder lieber eine kurze Fahrt, geregelte Arbeitszeiten, weniger Verantwortung, aber weniger Lohn? Dies kann einen Einzelnen betreffen; überlegt ein Elternteil, der noch kleine Kinder zu betreuen hat, ist die Entscheidungsgrundlage eine andere.
Entscheidungen zu treffen ist oft schwierig, gerade wenn alle Alternativen einen Haken haben oder die Brücke zwischen gewünschtem positivem und möglichem negativem Ausgang sehr weit ist. Mehrere Methoden können Entscheidungen leichter machen, unter anderem Pro- und Contra-Listen.

Ein einfaches Abwägen der Vor- und Nachteile funktioniert schon gar nicht in komplexen Strukturen eines Unternehmens mit Personalverantwortung. Fusioniere ich mit Firma A oder mit Firma B? Stellen wir Kandidat Eins oder eher Kandidatin Zwei ein? Stellen wir Produktion Alpha ein und konzentrieren wir uns auf Produktion Beta oder machen wir etwas ganz neues, damit wir Personalkosten einsparen, aber gleichzeitig die Belegschaft nicht verkleinern müssen?

Daher sollte man sich im Vorfeld sehr gründlich überlegen, welchen Weg man gehen, welche Ziele man erreichen möchte, die Entscheidung sorgfältig treffen, Konsequenzen (als Entscheidungsfolgen) und Folgeentscheidungen tragen und vertreten können. Wer sich entscheidet, eine vierjährige Weiterbildung neben dem Job anzutreten, die 15 Stunden die Woche beansprucht, muss eine eingeschränkte Freizeit in Kauf nehmen. Das Ziel, auf der Karriereleiter nach oben zu steigen, ist die Motivation. Ob es so kommt, wie man sich das wünscht, sieht man erst, wenn die Weiterbildung erfolgreich abgeschlossen ist.

„Manchmal richtig und falsch nur Bedeutung haben für kurze Zeit. Nach langer Zeit, nach Jahrzehnten, Jahrhunderten …. dann wir sehen, was wirklich geschieht. Jede Entscheidung der Ast eines Baumes ist: Was wie Entscheidung aussah, dann ist nur Beginn einer Entwicklung.“ – Yoda (Yoda – Pfad der Dunkelheit, Kapitel 4, Seite 95)

Sind andere von einer Entscheidung mitbetroffen, ist es wichtig, die Entscheidung in angemessener Weise zu kommunizieren. Wer zum Beispiel als Arbeitgeber was auf sich hält, schreibt niemandem eine E-Mail, um eine Kündigung auszusprechen.

Manchmal sind Entscheidungen zu treffen, die nicht sehr populär, aber notwendig sind. Diese Notwendigkeit ist vielleicht nicht allen Mitarbeitern bewusst, nicht jeder Mitarbeiter hat alle Informationen.

Warum kommuniziere ich meine Entscheidung?

Es ist hilfreich, wenn die Führungskraft im Unternehmen Transparenz schafft und den betroffenen Mitarbeitern den Entscheidungsweg erklärt. Eine dem Anlass entsprechende Kommunikation der Entscheidung hilft, eine eventuell für manche Beteiligte negativ ausfallende Wahl einfühlsamer und verständlicher zu übermitteln. Denn ohne Akzeptanz einer Entscheidung kommt es oft zu Kritik oder Streit.

Die Hintergründe einer Entscheidung zu kennen, wird eventuelle Unsicherheiten verringern, die Entscheidung wird schneller angenommen, mögliche aus der Entscheidung resultierende Prozesse schneller umgesetzt. Passiert dies nicht, können Unsicherheiten zu Ängsten, Hoffnungen und falschen Vermutungen führen, Leistung und Motivation bleiben auf der Strecke. Im Nachhinein stellt sich heraus, dass der Mitarbeiter sich umsonst Sorgen gemacht hat. Dieses Gefühlschaos wird vermieden, indem die Führungskraft rechtzeitig informiert.

Wie kommuniziere ich die Entscheidung?

Manche Gespräche müssen persönlich geführt werden, andere Angelegenheiten bedürfen nur einer schriftlichen Mitteilung. Egal wie, wichtig sind klare und ehrliche Worte, mit denen der Angesprochene etwas anfangen kann. Das fängt mit einer verständlichen und klaren Kommunikation an.
• Zeigen Sie Ihrem Gesprächspartner, dass Sie verstanden werden wollen und verstecken Sie sich nicht hinter Fachvokabular.
• Kommunizieren Sie auf Augenhöhe, also nicht von oben herab à la „Ich Chef, du nix“
• Komplexe Ideen und abstrakte Begriffe müssen definiert, Unklarheiten vermieden werden. Es sollte kein Raum für Interpretation geschaffen werden.
• Verwenden Sie allgemeinverständliche Begriffe, keine Fremdwörter oder Wortneuschöpfungen.
• Reden Sie nicht um den heißen Brei, sondern argumentieren Sie so konkret wie möglich. Kein „Ich meine“ oder „Sollten wir nicht lieber“, sondern ein klares „Ich erwarte“
• Achten Sie auf Ihren Tonfall, gerade bei unangenehmen Gesprächen. Wer gereizt ist, verstärkt oft noch die negative Wirkung. Sind Sie selbst angespannt, verschieben Sie das Gespräch.

Eine klare Kommunikation ist natürlich überall wünschenswert, ebenfalls in den sozialen Netzwerken. Über die Dos & Don’ts für eine klare Kommunikation auf Twitter hat Sascha Theobald in seinem Blog geschrieben.

Wann kommuniziere ich die Entscheidung?

Gleichfalls ist der Zeitpunkt, die getroffene Entscheidung zu kommunizieren, wichtig. Betroffene sollten so schnell als möglich informiert werden. Gerade in Unternehmen sollte offen über Änderungen und Maßnahmen gesprochen werden.

Transparenz wirkt der Gerüchteküche entgegen, die Mitarbeiter können einschätzen, wo das Unternehmen steht und wo die Reise hingeht. Vielleicht gibt diese Entscheidung für einen Mitarbeiter den Anstoß, den Wohnort zu wechseln oder ein Jobangebot anzunehmen, da für ihn sich die Grundlage seiner Entscheidung gerade geändert hat. Wenn Mitarbeiter oder Kooperationspartner wichtige Entscheidungen aus der Presse erfahren, stärkt dies nicht das Vertrauen in das Unternehmen und zur Führungsspitze.

Wer klar eine negative Entscheidung rechtzeitig kommuniziert, sich nicht versteckt, sondern mit offenen Karten spielt, der investiert in seine Glaubwürdigkeit, die Grundlage erfolgreicher Kommunikation.

Zu diesem Artikel hat mich die Blogparade von Zielbar „Entscheidungen in Business, Karriere und Kommunikation“ #entscheidungtreffen inspiriert.

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2 Gedanken zu “Entscheidungen richtig kommunizieren

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