Persönliche Kommunikation – flexibel im Gespräch

Persönliche Kommunikation hat viele Vorteile, besonders am Arbeitsplatz (Foto: pixabay/unsplash)

Wie interessant und wichtig es ist, neue Kontakte zu knüpfen und bestehende zu pflegen, konnte ich bei verschiedenen Anlässen positiv feststellen.

Einladungen zu persönlichen Treffen wahrnehmen

Im Büro hatte eine Kollegin zu einem Umtrunk anlässlich eines runden Geburtstages eingeladen; viele Kollegen unterschiedlicher Arbeitsbereiche waren ebenfalls anwesend. Diese lockeren Treffen sind dann eine nette Gelegenheit, sich auszutauschen und auf den neuesten Stand zu bringen.
Denn neben leckeren Häppchen und Getränken findet sich immer wieder das eine und andere nette Gespräch, auch über Privates: Familie, Sport, Tiere, neuer Blog… und schon ist man mitten im Fachsimpeln, wie man dieses und jenes Thema auf den verschiedenen Kanälen in welchem Format relevant und attraktiv aufbereiten kann. Würde einem beim Kontakt via E-Mail zu rein arbeitsbezogenen Themen eher nicht passieren…

Mein Tipp an Sie: Nehmen Sie Einladungen im Arbeitsumfeld wahr, zeigen Sie sich, selbst wenn Sie nur kurz hingehen, damit Sie mit den (Fach)Kollegen im Gespräch und in Erinnerung bleiben. Wer weiß, was draus werden kann. 🙂

Fachsimpeln mit Fachkollegen und Gleichgesinnten

Neuer Stammtisch für Online-Marketing in Saarbrücken

Ebenfalls eine super Gelegenheit, (neue) Menschen (näher) kennenzulernen, war der erste Onlinemarketing Stammtisch Saar. In einem sehr gemütlichen Pub in Saarbrücken trafen sich alle, die sich für Onlinemarketing und Themen das Web betreffend interessieren und/ oder ihren Job in diesem Bereich haben.

Organisator Achim Dräger vom „IMA“ freute sich sehr über das Interesse; viele waren gekommen, um andere Online-Begeisterte in und um Saarbrücken herum kennenzulernen. Er wollte für die Hauptstadt des Saarlandes einen lockeren Stammtisch, wo sich alle austauschen und von einander lernen können. Und anscheinend hat er damit was Gutes losgetreten, denn kurz nach offiziellem Start um 18 Uhr war das Pub „Baker Street“ schon voll. Es gab Begrüßungsdrinks an der Bar und Snacks, die noch sehr lange an den Tischen nachgereicht wurden. Vielen Dank dafür.

Auf andere aktiv zugehen

Im Pub fanden mein Freund David und ich noch einen komplett freien Tisch. „Hm, ich bin ja hierher gekommen, weil ich andere kennenlernen will“.  Also am Nachbartisch, wo auch noch Plätze frei waren, gefragt, ob wir uns dazu setzen können, was mit einem Lächeln bejaht wurde. Und sogleich machten wir neue Bekanntschaften; wir kamen recht schnell ins Gespräch, redeten über Digitales, Kommunikation, das Internet, Datenschutz, Webdesign, Suchmaschinenoptimierung. Persönliche Erfahrungen zu Kunden aus der Hölle, witzige Anekdoten und warum der eine und die andere sich in manchen Netzwerken abgemeldet hatte, rundeten die Gespräche ab. Die Zeit verging sehr schnell und schwups, war es drei Stunden später. Es war so kurzweilig, dass ich sogar nicht daran gedacht hatte zu twittern, was doch recht selten vorkommt. Wenn ich es recht bedenke, hatte eigentlich kaum einer sein Handy lange in der Hand.

Mein Tipp an Sie: Wenn sich in Ihrer Gegend eine Treff, Stammtisch oder ähnliches auftut, dann gehen Sie hin. Es ist eine sehr einfache, umkomplizierte Art, Menschen kennenzulernen und sich selbst (samt Job und Kenntnisse) vorzustellen und ins Gespräch zu bringen. Oft ist die Reaktion „Oh, wusste gar nicht, dass wir mit Ihnen einen Fachmann in der Nähe haben“. Ich lernte so eine Illustratorin kennen und kam auf die Idee, Einladungskarten speziell für eine Feier anzufertigen.
Das Thema des Stammtisches schafft eine Gemeinsamkeit, auf der man sehr gut ein Gespräch aufbauen kann. Also keine Angst haben, vielleicht ergibt sich spontan eine Kooperation, ein Projekt, ein Auftrag. Erweiterung des Netzwerkes und Kundenakquise einfach gemacht 🙂

Warum ist persönliche Kommunikation wichtig? Digital geht`s doch auch

„Persönlich“ kommt von „Person“, da spielt erstens der Faktor Mensch mit rein, kulturell und gesellschaftlich geprägt, und zweitens die Persönlichkeit der Gesprächspartner. Im Face-toFace-Kontakt bemerkt man schneller als im Telefonkontakt oder per E-Mail, ob man sich sympathisch ist und ob eine Zusammenarbeit wirklich die Synergie bringt, die man sich erhofft. Der erste Eindruck hat – wenn auch unbewusst – Auswirkungen darauf, dass wir jemanden nett finden. Oder auch nicht. Die Ausdrucksweise, der Gesichtsausdruck, Gesten und Bewegungen, die Körpersprache im Allgemeinen unterstützen das.

Bei unkomplizierten Gesprächen, von denen man sich erst einmal nichts außer lockerem Austausch erwartet, kann man viel entspannter agieren und sich leichter aus dem Gespräch herausziehen als in einem pointierten, zielgerichteten Verkaufs-, Beratungs- oder Vorstellungsgespräch.

Bei persönlichen Treffen kann man mit Small-Talk einige mehr Informationen erhalten, die das Verhältnis verbessern und stärken, zum Beispiel, wenn man feststellt, dass man ein gleiches Hobby hat. Bei einem gemeinsamen Mittagessen mit Kollegen hört man vielleicht, wo der Schuh drückt und man Abhilfe leisten könnte, kann Feedback geben und bekommen, man erfährt, dass es einen Todesfall in der Familie gab und deswegen manches unerledigt blieb. Und je mehr man von einem Menschen weiß, um so eher nimmt man ihn in seiner Gesamtheit wahr; das wirkt sich meist positiv auf die Zusammenarbeit aus.
Im persönlichen Kontakt ergeben sich meist mehr Hintergründe als per E-Mail. Vor allem signalisieren Sie: „Ich nehme mir Zeit für dich“ – im beruflichen Alltag nicht immer möglich.

Wenn man ein Gesicht vor sich hat und nicht nur einen Kontakt in Outlook, funktioniert dann auch der Aufbau von (langfristigen) Beziehungen und Vertrauen besser. Mit Adressaten nur über elektronischer Kommunikation zu interagieren, wird langfristig keine Beziehung herstellen. Kein persönlicher Bezug, keine Emotionen, und schon sind Sie austauschbar geworden.

Die persönliche Kommunikation – auch im Geschäftsbereich effizient und effektiv

  • Die Informationsvermittlung kann schneller, flexibler, einfacher erfolgen, da man in einem persönlichen Termin sein Anliegen erläutert; es kann sonst sein, dass die Ihre E-Mail beim Adressaten in den „Muss-ich-noch-lesen“-Ordner verschoben wird. Und untergeht.
  • Positiv für das Verstehen: Sachverhalte lassen sich schneller erklären, Missverständnisse schneller ausräumen, da die Möglichkeit des schnellen Dialogs gegeben ist: Man kann gleich nachfragen und muss nicht noch zehn E-Mails hinterher schreiben. DieKommunikation dient dann dem Informationsverarbeitungsprozess.
  • Ebenso können Produktivität und Kreativität durch persönliche Kommunikation gesteigert werden; ein Austausch unter Kollegen und Freunden kann eine neue Idee bringen (Stichwort Brainstorming).
  • Die Entscheidungsfindung kann beschleunigt werden. Gerade bei abteilungsübergreifenden Teams kann man das bemerken: effektive Wissensweitergabe, Erklärungen zu Problemen und Prozessen, besseres Verständnis für Strategien und erhöhte Akzeptanz von Entscheidungen;

Überzeugen Sie mit vollem Körpereinsatz

Ein weiterer Vorteil der persönliche Kommunikation gegenüber E-Mail und Telefon ist, dass man neben der Rhetorik auch mit vollem Körper(sprachen)einsatz andere von einem Konzept überzeugen und von einer Idee begeistern kann, zum Beispiel bei einem Pitch (Agenturpitch oder Verkaufsgespräch).

Mit Hilfe der persönlichen Kommunikation lassen sich die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter sehr gut ermitteln. In vielen Firmen gibt es dazu die so genannten Mitarbeitergespräche. Kommen Mitarbeiter gut mit ihrem Arbeitspensum zurecht und fühlen sich wohl, steigert dies ebenfalls den Erfolg des ganzen Unternehmens. Mittels gesprochener Sprache können Sie Menschen besser aktivieren und motivieren als mit einer E-Mail.

Mitarbeitergespräche professionell führen; mehr Infos auf http://mit-blog.de/mitarbeitergespraeche-professionell-fuehren/

„Ja, aber mit E-Mails kann ich gleich mehrere Personen informieren, das spart mir Zeit“.

Ja, nur Ihnen und zwar nur jetzt gerade im Moment der Auftragsvergabe. Da können Sie zwar ein Häckchen in Ihrer To Do-Liste machen, mit Blick auf das Endziel (Produkt/ Dienstleistung beim zufriedenen Kunden) kommen da noch ein paar mehr Schritte.

Wichtig für Kommunikation im Team: Größe des Teams, Bekanntheitsgrad der Teammitglieder, Kultureller Hintergrund

In kleineren Teams, die sich und ihre Arbeitsweise schon länger kennen, kann schnelle digitale Kommunikation von Vorteil sein. Für Menschen, die noch nicht miteinander gearbeitet haben, gibt es vielleicht optimalere Lösungen. Ein Gespräch mit allen sollte zu Beginn eines Projektes und in regelmäßigen Abständen auf Ihrer Liste ganz vorne stehen. Erwartungen an das ausführende Team können hier vermittelt werden. Oft wird nämlich nur gedacht, nicht gesagt, was wieder zu Missverständnissen führt.

Gerade auch bei Mitarbeitern mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund ist es wichtig, diesen Bereich der Kommunikation zu beachten. Deutsche sind in der Begrüßung sehr kurz gefasst und auch allgemein sehr formal, andere Kulturen sind auf langfristige Beziehungen aus und wollen dementsprechend den Geschäftspartner erst einmal kennnenlernen. Unterschiedliche Auffassungen zum Beispiel von  Teamarbeit erschweren die Zusammenarbeit.

Überlegen Sie bitte nicht nur, was Sie sagen wollen, sondern auch wie. Nicht immer ist der digitale Weg der optimale und wer informiert, hat noch lange nicht kommuniziert. Dies besonders unter Berücksichtigung, dass Kommunikation ein sozialer Prozess ist, der mindestens zwischen zwei Personen stattfindet.

Sehen Sie die persönliche Kommunikation als Chance, auf Bedarfe, auch Ihre eigenen, einzugehen. Die einen brauchen etwas mehr, die anderen etwas weniger.

Literaturhinweise:

Christoph I. Barmeyer/Eric Davoine: „Interkulturelle Zusammenarbeit und Führung in internationalen Teams: Das Beispiel Deutschland – Frankreich„, 2006

Ulrike Buchholz: „Wie funktioniert Veränderung? Interne Kommunikation als Schlüsselfaktor“, 2002

Gerhild Deutinger: „Kommunikation im Change: Erfolgreich kommunizieren in Veränderungsprozessen“, 2013

Jürgen Spitzmüller: „Spricht da jemand? Repräsentation und Konzeption in virtuellen Räumen“, 2005

Nicole Hochfeld, Joachim Zülch, Luis Barrantes: „Virtueller Lotse: Wegweiser erfolgreicher Kompetenzentwicklung in virtuellen Teams“, 2005

Verena Thaler: „Beziehungsorientierte Online-Kommunikation aus theoretischer und empirischer Perspektive“

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