Kommunikation – Wichtiges Kriterium bei der Arbeit im Team

Waren Sie schon einmal in der Situation, mit nicht bekannten Kollegen in ein Team geworfen zu werden, mit dem Ziel, ein Projekt schon gestern fertiggestellt zu haben? Konnten Sie Unterschiede zu aufeinander eingespielten Teams feststellen?

Ein Team ist ein zeitlich begrenzter Zusammenschluss von Personen, die ein bestimmtes Ziel erreichen sollen – also keine freiwillig gegründete Gruppe, die sich aufgrund privater Hobbys treffen.
Nun, neben den gängigen Methoden des Projektmanagements sind im Team auch die kommunikativen Prozesse unter den Personen nicht zu vernachlässigen, wenn man das vorgegeben Ziel erfolgreich erreichen möchte.

Der erste Eindruck

Sehen sich die zukünftigen Team-Kollegen zum ersten Mal live, greift hier der schon oft zitierte erste Eindruck, der einer guten Kommunikation im Weg stehen kann. Da muss noch keiner ein Wort gesprochen haben und schon hat man eine nicht immer positive Meinung über jemanden Fremdes.

Um Vertrauen untereinander zu schaffen und sich kennenzulernen, benötigt man in der Regel Zeit; bei der Arbeit ein Faktor, der in den meisten Fällen die Kosten hochtreibt.
Da man nun nicht ewig zwischen den Zeilen lesen kann, muss man fokussiert vorgehen. Das Ziel, die Aufgaben, Rollen und auch und vor allem die Erwartungen der Teammitglieder müssen von Anfang an erklärt und von den jedem einzelnen  verstanden werden. Sonst wird „TEAM“ zum Akronym für „Toll, Ein Anderer Macht`s“.

Klar kommunizieren, wo es hingehen soll

Kollegen, die schon länger zusammenarbeiten, haben den Vorteil, dass sie aufgrund der bekannten Stärken und Schwächen Aufgaben besser zuteilen können. Wenn man sich (noch) nicht kennt, muss man explizit kommunizieren und darf nicht von irgendetwas ausgehen, vielleicht, weil es bisher immer so getan wurde. Nicht „Ja, eigentlich..“ oder „Ich dachte aber, dass…“, nein: ansprechen, abklären und vor allem besprechen, wie man miteinander arbeite möchte. Sie sehen, „(miteinander) Sprechen“ ist hier das Zauberwort 🙂

In der Kommunikation gibt es das sogenannte Eisbergmodell mit einer Sachebene und einer Beziehungsebene. Die Sachebene ist wie beim Eisberg das, was man sieht. Die Beziehungsebene ist das, was man vermutet, aber nicht anspricht, wodurch das berüchtigte Kopfkino entstehen kann, daraus Konflikte, weil man etwas missverstanden hatte (eventuell, weil man nur die Hälfte eines Gespräches mitbekam). An dieser Beziehungsebene muss man arbeiten, denn ob man sich vertrauen kann, hängt von den gemeinsamen Erfahrungen ab. Gab es auf der Beziehungsebene einmal einen Bruch, wird er immer Auswirkungen auf die Sachebene haben.

Der Start in eine gute Kommunikation achten Sie auf folgende Punkte:

  • Was wollen wir?
  • Wie machen wir das/ wie erreichen wir das?
  • Brauchen wir einen Teamleiter? Wer sollte das sein?
  • Wer macht was, wer ist verantwortlich wofür? (Hier ist oft zu beobachten, dass Vorgesetzte im allgemeinen „Wir“ oder „man“ reden. Niemand fühlt sich wirklich angesprochen, die Aufgabe bleibt im Raum hängen. Nach einem Meeting sprechen sich die Mitarbeiter eventuell noch einmal ab „Wie war das nun gemeint?“; ist keiner benannt, fühlt sich niemand verantwortlich)

Kommunizieren Sie ebenfalls Zwischenergebnisse, damit Sie erfolgreich weiterarbeiten können. Eine solche strukturierte Kommunikation, also ein gezielter, festgelegter Informationsaustausch, bindet alle Mitglieder mit ein, der Dialog wird gefördert, eventuelle Probleme können vorzeitig erkannt und ihnen entgegengewirkt werden.

Kommunikationsregeln aufstellen

Natürlich gibt es die Hemmschwelle, über gute Zusammenarbeit zu sprechen; gerade bei hierarchisch aufgestellten Unternehmen, in denen der Vorgesetzte selten Feedback von Mitarbeitern bekommt. Teammitglieder könnten zögern, Ideen zu äußern, nachzufragen, auf Fehler hinzuweisen. Vielleicht stellt sich der eine oder andere die Frage, ob er selbst genug Fachwissen hat, andere zu kritisieren. Auch Kritik muss angesprochen werden dürfen. Regeln zum Feedback geben sollten ebenfalls bei Projektstart besprochen werden.
Mitarbeiter sollten keine Angst haben, bestraft zu werden, nur weil sie auf etwas hinweisen. Situation: „Warum bauen wir das Projekt um diese eine Person auf, wenn wir wissen, dass sie es nur noch zweimal macht, und nehmen nicht noch jemand anderen hinzu, der das Projekt weiterführt?“ „Das wissen wir selbst“, zischt es von Seiten des Vorgesetzten. Selbst erlebt. Ergebnis: Dieser Mitarbeiter wird überhaupt nichts mehr sagen und denken „Nicht meine Verantwortung“; geschieht so etwas häufiger, ist Dienst nach Vorschrift die Folge. Dies hätte man umgehen können, wenn der Vorgesetzte nach Vorschlägen gefragt hätte. Dass es Vorschläge gibt und die Meinung des Mitarbeiters, hätte ihn allerdings zuerst interessieren müssen.

Gute Kommunikation üben und ihren positiven Nutzen erkennen

Damit eine Zusammenarbeit erfolgreich abläuft, trainieren Sie das Kommunizieren. Denn eine nicht funktionierende Kommunikation im Team kann folglich zum Problem werden: mangende Offenheit, mangelnde Konfliktbereitschaft, Probleme werden nicht benannt, Entscheidungen werden nicht ausdiskutiert. Nicht ausgesprochene Konflikte können zu Frustrationen führen, so sehr, dass man mit der betreffenden Person kein Wort mehr reden möchte; für die Produktivität ist es absolut negativ, wenn das Ego des Einzelnen vor dem Ziel steht. Denn gerade das Ziel ist es, was dem Team seinen Sinn gibt; das Ziel schafft Orientierung und die Rahmenbedingungen. Viele Teams scheitern, weil das Ziel nicht klar kommuniziert wurde.

Eine für alle gut funktionierende Kommunikation sorgt dafür, dass die Teammitglieder gerne zusammen arbeiten, motiviert sind, die Arbeit einen Sinn ergibt und der bekannte Teamgeist entsteht. Die Teammitglieder sammeln positive Erfahrungen bezüglich der Zusammenarbeit und steigern die eigene Zufriedenheit aufgrund guter Ergebnisse. Diese Teammitglieder werden gerne wieder zusammenarbeiten wollen.

Weiterführende Infos:

Die vier Spielfelder der Teamkommunikation“, auf https://blog.borisgloger.com

Kommunikation im Projekt: Schnell, effektiv und ergebnisorientiert informieren“, von Tomas Bohinc bei google.book

Teamgeist: So werden Sie zum Teamplayer“, auf http://karrierebibel.de

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