Rückblick Saarcamp 2017 – Interessante Vorträge und Diskussionen zur digitalen Gesellschaft

Neue Kontakte aus der Region, Menschen kennenlernen, auf neue Themen stoßen, die sonst außerhalb meiner Filterblase liegen, Networking: Das sind die mir wichtigen Dinge, warum ich zum SaarCamp gehe. Klar, Pizza zum Mittagessen, Donuts zum Kaffee und Cocktails am Abend sind auch super 😊.

Donuts gab es zur Kaffeepause (Foto:nh)
Donuts gab es zur Kaffeepause (Foto:nh)

Es die Vielfalt der entstehenden Gespräche neben den Sessions, die ich am besten finde. Alle Teilnehmer sind aus Interesse an einem Thema dort, man kommt also super easy ins Gespräch, kann immer Fragen stellen und diskutieren.

Das Motto des 8. SaarCamp war „Digitale Gesellschaft“; im Vorfeld wurden dazu in einer Blogparade viele Aspekte aufgezeigt. Vor Ort stellte Kevin Krieger samstags dann die Frage „Was macht für euch eine digitale Gesellschaft aus?“. Mit einem Sätzchen ist dies nicht zu beantworten und so diskutieren in einer Session rund 15 Personen über Nutzen und Nutzung digitaler Technologien sowie Veränderungen in Gesellschaft und Kommunikation durch Digitalisierung. Der Datenschutz allgemein und die Handhabe bei Facebook, WhatsApp und Co sowie Alternativen wurden angesichts Nutzen à la „Preis-Leistung-Verhältnis“ bewertet. Schön fand ich, dass jeder anhand eines Beispiels einen neuen Aspekt in das Gespräch einbrachte.

Was bedeutet digitale Gesellschaft? Diskussionsrunde beim SaarCamp 2017 (Foto: nh)
Was bedeutet digitale Gesellschaft? Diskussionsrunde beim SaarCamp 2017 (Foto: nh)

Die von mir besuchten Sessions:

1. „Sex Drugs, Rock And Roll, Ratten, Gedöhns“, Neurologe und Neuropsychologe Mikka @legerdemain

Er sprach über Neuropsychologie, das Lernen und die Wahrnehmung von Informationen, zum Beispiel in Abhängigkeit der präsentierten Überschriften eines Artikels. So bekamen bei einem Experiment Probanden zwei Texte, die in 90 Prozent übereinstimmten, doch die Überschrift und das Fettgedruckte waren spezifisch. Die Texte wurden anders wahrgenommen.  Ebenfalls erklärte er das Hebb`sche Lernen. „Lernen ist wie Spuren im Schnee: Je öfter man desselben Weg geht, desto tiefer und fester werden die Spuren.“ Sehr interessant. 

Mikka sprach über Neuropsychologie und das Hebb`sche Lernen (Foto:nh)
Mikka sprach über Neuropsychologie und das Hebb`sche Lernen (Foto:nh)

2. „Hirn sucht Arbeit dig. Medien im Unterricht“, Monika Heusinger @M_Heusinger und Christian Bachmann @atchristian1

Die Frage war: Wie arbeitet unser Hirn und wie können uns die digitalen Medien beim Lernen unterstützen? Begonnen haben wir mit einer kleinen Aufgabe: Fuß rechts herum drehen, mit dem Arm eine Sechs malen. Passiert da etwas? 😉 Bitte gerne selbst nachmachen.

Das sorgte erst einmal für einige Lacher. Danach stellten sie Ideen und Spiele, die man beim Lernen integrieren kann, vor. Denn Spiele seien für den Erfolg gemacht, daher eigneten sie sich wunderbar für den Lernprozess. Für ein Sprachtandem eigne sich WhatsApp gut , Instagram sei super für die Visualisierung eines Begriffs. Monika, die als Lehrerin arbeitet, lässt ihre Schüler auch manchmal wie Reiseblogger arbeiten: Recherche zu Städten machen, Hotspots suchen, Orte beschreiben; zur Hilfe genommen werden Street View und Virtual Reality. Da wäre ich auch gerne wieder Schülerin. 

Monika Heusinger über digitale Medien im Unterricht (Foto:nh)
Monika Heusinger über digitale Medien im Unterricht (Foto:nh)

3. „Arbeitsrecht & Social Media“, Rechtsanwältin Maria Di Martino, @RAinDimartino

New Work? Welche Vorstellungen wir davon hätten, wollte Maria wissen: Digitalisierung, Automatisierung, Homeoffice, Work-Life-Balance, Ängste, Haftung, Lernen und Weiterbildung, Corporate Social Responsibility  waren Stichworte, einige wurden intensiver diskutiert. Weitere Fragen waren: Wem gehören die Xing-Kontakte, die man während der Anstellung gewonnen hat? Wie sinnvoll und nützlich sind Social Media Guidelines? Anscheinend kann man über diese Frage nie genug sprechen. Maria erzählte einige unterhaltsame Fälle, bei denen man eben nicht darauf geachtet hatte, und die Folgen.

Rechtsanwältin Maria Dimartino referierte über Social Media, New Work und Arbeitsrecht (Foto: nh)
Rechtsanwältin Maria Dimartino referierte über Social Media, New Work und Arbeitsrecht (Foto: nh)

4. „Poprat Saarland“, Meinrad Maria Grewenig

In dieser Session wurde darüber gesprochen, was ein Poprat ist, welche Personen aktuell vertreten sind und warum man sowas überhaupt braucht. Mehr Infos auf http://www.poprat-saarland.de

Diskutiert wurde die Notwendigkeit von Kunst und wer sie sich leisten kann und sollte, angesichts der Einsparungen auf Seiten der Regierungsebenen, und ob Kunst nicht immer kostenfrei sein sollte, da viele Menschen nicht immer das nötige Kleingeld dazu hätten. Angekündigt wurde ein neues Festival, das Colors of Pop vom 12. bis 22. Oktober 2017 in beziehungsweise um Saarbrücken, im Internet http://cop2017.de – Leider war dies für mich die uninteressanteste Session, irgendwie konnte mich diese Session nicht begeistern. Nun ja, auch das ist mal so bei einem Camp.

Meinrad Maria Grewenig spricht über Poprat und Popkultur im Saarland (Foto:nh)
Meinrad Maria Grewenig spricht über Poprat und Popkultur im Saarland (Foto:nh)

5. „Digitale Gesellschaft“, Kevin Krieger @kkrieger

Alle Teilnehmer dieser Session erklärten anhand vieler Beispiele, dass User von den Mechaniken verschiedener Technologien und auch der Plattformen ein besseres Verständnis haben müssten, ebenso die Kompetenz im Umgang mit diesen Mechaniken müsste erlernt werden. Bei jüngeren und älteren Usern seien Gegensätze in der Handhabung und in der Kenntnis zur Handhabung festzustellen, dem stimmten alle zu.

Gesprochen wurde über Monitoring (haben Sie sich schon einmal selbst gegoogelt?), Mobbing (in China sei es wohl ein Spiel, sich via Social Media zu bewerten, was ja wohl ziemlich für Stress sorgen kann 😉 – Hierzu der Artikel „Honesty Shanghai“ App bewertet, ob ein Bürger vertrauenswürdig ist – Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/27765300 ©2017); Überwachung allgemein und durch Kameras; Gruppendynamik, die sich in Gruppendruck umwandelt, notwendige Selbstreflexion, Sichtbarkeit im Job oder im Privaten, der Algorithmus von Suchmaschinen und Facebook, die Schnelligkeit der Informationen und Ereignisse und wie diese in den Medien präsentiert werden; die Kommunikation und Vernetzung mit Menschen gleicher Interessen, zum Beispiel diejenigen, die zum SaarCamp kommen; Second Screen („Naja, wenn man während des Filmschauens auch auf das Handy glotzt, dann ist der Film eben nicht spannend genug“), die Bequemlichkeit der Digitalisierung versus die kleinen Helferlein zur Zeitersparnis, den Kontakt halten zu weit entfernten Freunden und Verwandten. Irgendwann mussten wir die Session schließen, sonst hätten wir noch am nächsten Tag dort gesessen. 🙂

Diese Session mit Fragen à la „Wie bekomme ich meine Eltern zu WhatsApp?“ zu Onlinemarketing und Suchmaschinenoptimierung fand ich am besten. Digitalisierung ist nicht mehr wegzudenken, in diesem Bereich wird es noch viel Arbeit für Verwaltungen, Unternehmen und die Menschen geben; ein Austausch darüber ist mir sehr wichtig.

Hier der komplette Session-Plan für Samstag und Sonntag.

Samstagabends gab es eine Cocktailbar und Essen vom Grill, um den schönen Tag noch schöner ausklingen zu lassen.

Ich war nur an dem Samstag dort, doch eines ist festzuhalten: Klasse Orga, sehr nette Leute, interessante Gespräche, einfach ein tolles Treffen.

Merken Sie sich schon den nächsten Termin vor, 26. und 27. Mai 2018

Danke an die Sponsoren, ohne die solche Veranstaltungen schwerer umzusetzen sind.

Ohne Sponsoren geht nichts: Danke an euch alle! (Foto:nh)
Ohne Sponsoren geht nichts: Danke an euch alle! (Foto:nh)

Und ein großes Extra-Danke geht an Malte, denn oben ihn hätte ich gar kein WLAN habt: Mit einer Engelsgeduld und seinem Handy als Hotspot haben wir es dann geschafft, dass auch ich twittern konnte (ja klar, mit mobiler Datennutzung wäre es auch gegangen).

Das SaarCamp bei Twitter https://twitter.com/saarcamp

Bewegtbild-Impressionen gibt es im Video von Annika 🙂

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