Die Taschenlampe in der Vitrine – warum wir nicht mehr Kommunikation brauchen, sondern bessere.

Bessere Kommunikation führt zu besserem Verstehen (Foto: https://pixabay.com/de/users/rawpixel-4283981)

Am Wochenende deckte ich den Frühstückstisch für uns, vergaß dabei die Servietten, was mir erst auffiel, als ich schon am Tisch saß. Also stand dich auf und fragte meinen Freund „Möchtest du auch eine Serviette?“ „Ja, bitte“. Ich drehte mich zur Vitrine, öffnete die Tür und staunte, weil mein Blick ins Regal an der Taschenlampe hängen blieb. „Äh, warum und seit wann steht denn die Taschenlampe in der Vitrine? Ich hatte dich doch gestern gebeten, sie in den Schrank zu stellen..“ „Ja, und du hast dabei auf die Vitrine gezeigt, als du das sagtest“. – Die Vitrine und die Kommode, in der die Taschenlampe eigentlich ihren Platz hat, stehen gleich nebeneinander. Wenn ich also in die Richtung der Kommode zeige, zeige ich auch zur Vitrine. – „Ja, kann sein, weiß ich nicht mehr. Aber die Taschenlampe steht immer in der Kommode, dort würdest du sie auch suchen und finden. In Ordnung, kein Zeigen mehr, sondern genaues Beschreiben dessen, was man möchte“.
Tags zuvor im Sportstudio hatten wir auch schon so ein Erlebnis: Mein Freund zeigte auf etwas und ich meinte den Gegenstand daneben – Wir hören beide Musik beim Training und verstehen uns eigentlich auch gut ohne Worte – meistens 🙂 .

Wir hatten also ein Missverständnis aufgrund falscher Interpretation dessen, was wir wahrgenommen hatten, was parallel durch nonverbale Kommunikation in Form von Gestik unterstützt wurde.
Ich hatte zwar einen Wunsch geäußert, meine Formulierung mit dem Wort „Schrank“ allgemein gehalten und mein Fingerzeig war ebenfalls nicht konkret. Ohne Gestik, stattdessen mit der Benutzung des Wortes „Kommode“ wäre eindeutig gewesen, an welchen Platz die Taschenlampe bitte gestellt wird. Eine bessere Formulierung meinerseits hätte folglich zu der Umsetzung meines Wunsches geführt: Eine Steigerung der Qualität, nicht der Quantität der Kommunikation wäre angebracht gewesen.

Solche Situationen, in denen eine Person etwas kommuniziert und die zweite Person es anders aufnimmt, in ihrem Rahmen interpretiert und demzufolge anders versteht als von der ersten Person beabsichtigt, kommen im Alltag sehr oft vor.
Ist Ihnen bestimmt auch schon passiert, dass Sie was sagten, aber was anderes meinten. 😉

Alles, was wir ohne Sprache ausdrücken, kann zu Kommunikationsfehlern führen.

Mimik und Gestik, also nonverbale Kommunikation, können am häufigsten zu Nichtverstehen führen. Schriftliche Mitteilungen können Sarkasmus und Ironie nicht wiedergeben, die beide durch Stimme, Aussprache und Betonung lebendig werden. Die Bedeutung von Emojis als Ersatz von Sprache ist nicht immer gleich, so kann entsprechende Verwendung nicht immer das gewünschte Ziel erreichen.

Wenn Sie also der Sprecher sind: Seien Sie konkret, wenn Sie etwas möchten, so dass Ihre Botschaft nicht wegen Mehrdeutigkeit Ihr Ziel verfehlt. Es dürfen keine verschiedenen Interpretationen möglich sein.

Und auch wenn die Sprecherrolle die als aktive empfundene ist, so ist die Rolle des Zuhörers ebenfalls wichtig, denn auf Konzentration und Aufmerksamkeit beim Zuhören kommt es ebenfalls an.

Mehr zum Thema im Internet

Wie man Missverständnissen vorbeugt
„Wir vertrauen bei Gesprächen zu sehr darauf, dass unsere Mitmenschen uns schon verstehen werden. Das klappt leider nicht immer. Die gute Nachricht: Wir können aus unseren Missverständnissen lernen.“
https://ze.tt/wie-man-missverstaendnissen-vorbeugt

Richtig gesagt ist richtig verstanden!
„Doch Fallstricke und Stolpersteine begegnen uns nahezu überall. Sie gehen mit besten Absichten in ein Gespräch, Sie stellen eine harmlose Frage und Ihr Gesprächspartner reagiert gereizt, die Stimmung kippt. Ein Missverständnis?“
https://www.kuehl-lenjer-training.de/blog/richtig-gesagt-ist-richtig-verstanden

Kommunikation: Die Vier Seiten einer Nachricht
Das Vier-Seiten-Modell (auch Nachrichtenquadrat, Kommunikationsquadrat oder Vier-Ohren-Modell) von Friedemann Schulz von Thun ist ein Modell der Kommunikationspsychologie, mit dem eine Nachricht unter vier Aspekten oder Ebenen beschrieben wird: Sachinhalt, Selbstoffenbarung, Beziehung und Appell. Diese Ebenen werden auch als „vier Seiten einer Nachricht“ bezeichnet. Das Modell dient zur Beschreibung von Kommunikation, die durch Missverständnisse gestört ist. Mit dem Vier-Seiten-Modell kombiniert Schulz von Thun zwei psychologische und sprachtheoretische Analysen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Vier-Seiten-Modell

Der Wert des aktiven Zuhörens in der Unternehmenskommunikation
„Der Druck ständig Informationen aufzunehmen, darauf zu reagieren und selbst Informationen in die Welt zu setzen ist riesig. Die Rolle des Zuhörers wird hingegen immer weiter unterschätzt – zumindest macht es für mich diesen Anschein. Dabei ist aktives Zuhören heute wichtiger denn je. Es ist der Schlüssel für gelungene Kommunikation, egal in welchem Kontext.“
https://keen-communication.com/kommunikator-oder-quasselstrippe/

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